Bava Kamma 201

Kapitel 201

א כפרא דודי:
1 Der Scheuerlappen des Kessels.
ב תנו רבנן הנותן עצים לחרש לעשות מהן כסא ועשה מהן ספסל ספסל ועשה מהן כסא ר' מאיר אומר נותן לו דמי עציו רבי יהודה אומר אם השבח יתר על היציאה נותן לו את היציאה ואם היציאה יתירה על השבח נותן לו את השבח
2 Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand einem Tischler Holz gegeben hat, um daraus einen Stuhl zu fertigen, und er daraus eine Bank gefertigt hat, oder eine Bank zu fertigen, und er daraus einen Stuhl gefertigt hat, so muß er ihm, wie R. Meír sagt, den Wert seines Holzes ersetzen; R. Jehuda sagt, beträgt der Mehrwert mehr als die Auslagen, so braucht jener ihm nur die Auslagen, und betragen die Auslagen mehr als der Mehrwert, so braucht er ihm nur den Mehrwert zu ersetzen.
ג ומודה רבי מאיר אם נתן עצים לחרש לעשות מהן כסא נאה ועשה מהן כסא כעור ספסל נאה ועשה ספסל כעור אם השבח יתר על היציאה נותן לו דמי היציאה ואם היציאה. יתירה על השבח נותן לו דמי השבח:
3 R. Meír pflichtet jedoch bei, daß, wenn jemand einem Tischler Holz gegeben hat, um daraus einen schönen Stuhl zu fertigen, und er daraus einen häßlichen Stuhl gefertigt hat, eine schöne Bank zu fertigen, und er daraus eine häßliche Bank gefertigt hat, jener, wenn der Mehrwert mehr beträgt als die Auslagen, ihm nur die Auslagen, und wenn die Auslagen mehr betragen als der Mehrwert, ihm nur den Mehrwert zu ersetzen habe.
ד איבעיא להו יש שבח סמנין על הצמר או אין שבח סמנין על הצמר
4 Sie fragten: Wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt oder nicht? –
ה היכי דמי אילימא דגזל סמנין ודקינהו ותרנהו וצבע בהן תיפוק ליה משום דקנינהו בשינוי
5 In welchem Falle: wollte man sagen, wenn jemand Farben geraubt, sie zerstoßen, aufgelöst und mit diesen gefärbt hat, so hat er sie ja durch die Änderung geeignet. –
ו לא צריכא דגזל סמנין שרויין וצבע בהו מאי יש שבח סמנין על גבי צמר דאמר ליה הב לי סמנאי דשקלתינהו או דלמא אין שבח סמנין על גבי הצמר דא"ל לית לך גבאי ולא מידי
6 In dem Falle, wenn er aufgelöste Farbe geraubt und mit dieser gefärbt hat; wie ist es nun, wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt, sodaß [der Beraubte] sagen kann: gib mir meine Farbe, die du von mir genommen hast, oder aber wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung nicht berücksichtigt, sodaß jener erwidern kann: du hast nichts bei mir? –
ז אמרי ואי אין שבח סמנין על גבי צמר מי מצי אמר ליה לית לך גבאי ולא מידי נימא ליה הב לי סמנאי דאפסדתינהו
7 Ich will dir sagen, wieso kann er, auch wenn man annehmen wollte, der Mehrwert der Wolle durch die Färbung werde nicht berücksichtigt, zu ihm sagen: du hast nichts bei mir, dieser kann ihm ja erwidern: gib mir meine Farbe, die du vernichtet hast!? –
ח אלא להך גיסא אין שבח סמנין על גבי הצמר ובעי שלומי ליה או דלמא יש שבח סמנין על גבי צמר וא"ל הא מנחי קמך שקלינהו שקלינהו במאי שקליה בצפון צפון עבורי מיעבר השבה לא עביד
8 Vielmehr, nach folgender Richtung: wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung nicht berücksichtigt, somit muß er diesem Ersatz zahlen, oder aber wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt, somit kann er zu ihm sagen: da hast du sie, nimm sie dir. – Womit sollte er sie denn ablösen!? – Mit Seife. – Durch Seife kann man sie ja nur entfernen, nicht aber ablösen!? –
ט אלא הב"ע כגון דגזל צמר וסמנין דחד וצבעיה לההוא צמר בהנך סמנין וקא מהדר ליה ניהליה לצמר יש שבח סמנין ע"ג הצמר וקא מהדר ליה סמנין וצמר או דלמא אין שבח סמנין על גבי צמר וצמר מהדר ליה סמנין לא מהדר ליה
9 Vielmehr, hier handelt es sich um den Fall, wenn jemand von einem Wolle und Farbe geraubt, die Wolle mit der Farbe gefärbt und ihm die Wolle zurückgibt. Wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt, somit hat er ihm die Farbe und die Wolle zurückgegeben, oder wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung nicht berücksichtigt, somit hat er ihm nur die Wolle und nicht die Farbe zurückgegeben? –
י אמרי תיפוק ליה דאייקר ליה ניהליה בדמי לא צריכא דזל ציבעא ואיבעית אימא כגון שצבע בהו קופא
10 Ich will dir sagen, es sollte doch schon der Umstand berücksichtigt werden, daß er den Wert [der Wolle] erhöht hat!? – In dem Falle, wenn gefärbte [Wolle] im Preise gesunken ist. Wenn du aber willst, sage ich: wenn er damit einen Affen gefärbt hat.
יא רבינא אמר הכא במאי עסקינן כגון דצמר דחד וסמנין דחד וקאתי קוף וצבעיה לההוא צמר בהנך סמנין יש שבח סמנין על גבי צמר דאמר ליה הב לי סמנאי דגבך נינהו או דלמא אין שבח סמנין על גבי צמר ואמר ליה לית לך גבאי כלום
11 Rabina erklärte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn die Wolle einem und die Farbe einem anderen gehören und ein Affe gekommen ist und die Wolle mit der Farbe gefärbt hat. Wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung berücksichtigt, somit kann er zu ihm sagen: gib mir die Farbe zurück, die ich bei dir habe, oder aber wird der Mehrwert der Wolle durch die Färbung nicht berücksichtigt, somit kann dieser erwidern: du hast nichts bei mir. –
יב תא שמע בגד שצבעו בקליפי ערלה ידלק אלמא חזותא מילתא היא
12 Komm und höre: Wenn man ein Gewand mit Schalen von Ungeweihtem gefärbt hat, so muß es verbrannt werden. Hieraus also, daß das Aussehen von Bedeutung ist.
יג אמר רבא הנאה הנראה לעינים אסרה תורה דתניא (ויקרא יט, כג) ערלים לא יאכל אין לי אלא איסור אכילה מנין שלא יהנה ממנו ולא יצבע [בו] ולא ידליק בו את הנר
13 Raba erwiderte: Hierbei hat die Tora selbst den Nutzen verboten, der nur mit den Augen wahrzunehmen ist. Es wird nämlich gelehrt:<i>Ungeweiht, es darf nicht gegessen werden</i>; ich weiß dies vom Verbote des Essens, woher, daß man davon keine Nutznießung haben dürfe, daß man es nicht zum Färben oder zum Brennen in einer Leuchte verwenden dürfe?
יד תלמוד לומר (ויקרא יט, כג) וערלתם ערלתו את פריו ערלים לא יאכל לרבות את כולם
14 Es heißt: <i>ihr sollt seine Frucht Ungeweihtes sein lassen, ungeweiht, sie darf nicht gegessen werden</i>, dies schließt alles ein. –
טו תא שמע בגד שצבעו בקליפי שביעית ידלק שאני התם דאמר קרא (ויקרא כה, ז) תהיה בהויתה תהא
15 Komm und höre: Wenn ein Gewand mit Schalen von Siebentjahrsfrüchten gefärbt worden ist, so muß es verbrannt werden. – Anders ist es hierbei, die Schrift sagt<i>sein</i>, sie verbleiben bei ihrem Sein.